Networking 2.0 – Wie Menschen sich wirklich kennenlernen

Teilnehmer meiden Networking-Sessions, weil sie erzwungen wirken. Doch der Wunsch nach echtem Kontakt ist da – er muss nur anders präsentiert werden.

Networking 2.0 – Wie Menschen sich wirklich kennenlernen

Kennen Sie das Gefühl? Sie organisieren eine großartige Veranstaltung, haben exzellente Referenten, eine durchdachte Agenda, und dann sehen Sie, wie die Teilnehmer... Networking-Sessions wie die Pest meiden. Sie stehen in der Ecke mit dem Handy, verschwinden zur Kaffeepause oder gehen einfach früher.

Das bedeutet nicht, dass sie keine Menschen kennenlernen wollen. Im Gegenteil – sie sehnen sich nach echten Gesprächen und Kontakten. Das Problem ist, dass sie traditionelles Networking mit etwas Peinlichem, Erzwungenem und Oberflächlichem verbinden.

Zeit für Networking 2.0.

Warum klassisches Networking nicht mehr funktioniert?

Erinnern Sie sich an Bilder von Veranstaltungen vor einem Jahrzehnt? Menschen mit Weingläsern, die Visitenkarten austauschen und versuchen, über laute Musik hinweg etwas zu rufen. Kommt Ihnen bekannt vor? Genau das funktioniert nicht mehr.

Fehlender Kontext ist das erste Problem. "Mit wem rede ich hier eigentlich?" fragt sich der Teilnehmer und blickt auf das Badge mit Namen und Firmennamen. Das ist zu wenig, um ein sinnvolles Gespräch zu beginnen.

Sozialer Druck ist ein weiterer Killer guter Vorsätze. "Ich muss etwas sagen, ich muss jemanden kennenlernen, ich muss etwas erreichen" – denkt der Teilnehmer und fühlt sich wie bei einer Prüfung in Geselligkeit.

Das Ergebnis: oberflächliche Kontakte. Austausch von Visitenkarten ohne Inhalt, Gespräche über das Wetter, die nichts bringen. Plus völlige Zufälligkeit – Sie treffen auf jemanden aus einer völlig anderen Branche mit anderen Zielen und versuchen, Interesse zu heucheln.

Fügen Sie dazu Lärm, fehlende gemütliche Räume und null Führung seitens des Organisators hinzu. Kein Wunder, dass die Leute lieber E-Mails checken.

Was erwarten heutige Teilnehmer wirklich?

Zuallererst Führung. Sie wollen nicht ins kalte Wasser geworfen werden mit der Aufgabe "lerne jemanden kennen". Sie wollen wissen, mit wem sie sprechen können und worüber.

Kontext ist alles. Wenn Sie wissen, dass Ihr Gesprächspartner sich mit demselben beschäftigt wie Sie, ähnliche Herausforderungen hat oder interessante Erfahrungen – dann fließt das Gespräch natürlich.

Sie bevorzugen Tiefe statt Quantität. Lieber ein sinnvolles 15-minütiges Gespräch als fünf oberflächliche Höflichkeitsaustausche. Sie suchen Verbindungen, an die sie sich eine Woche später noch erinnern.

Psychische Sicherheit spielt auch eine Rolle. Niemand will sich dumm, einsam oder ausgegrenzt fühlen. Sie brauchen eine Struktur, die ihnen Sicherheit gibt, dass sie nicht allein mit einem Teller Häppchen dastehen.

Wie organisiert man Networking, das tatsächlich funktioniert?

Schaffen Sie thematische Treffpunkte

Statt eines großen Saals bereiten Sie thematische Tische vor. "B2B-Marketing", "Prozessautomatisierung", "HR-Herausforderungen". Menschen versammeln sich natürlich um Themen, die sie interessieren.

Einer meiner Kunden organisierte eine IT-Konferenz mit sechs thematischen Zonen. Das Ergebnis? 87% der Teilnehmer blieben zum Networking (vorher waren es 40%).

Führen Sie rotierendes Kennenlernen ein

Das Format "Speed Networking" klingt künstlich, funktioniert aber – wenn es gut moderiert wird. 5 Minuten, 5 Personen, 5 konkrete Fragen. Z.B. "Woran arbeiten Sie gerade?", "Was ist Ihre größte Herausforderung?", "Was möchten Sie dieses Jahr erreichen?".

Der Schlüssel liegt in konkreten Fragen und Moderation. Ohne das wird es zu einer künstlichen Kontaktbörse.

Nutzen Sie Technologie klug

Ein Teilnehmerverzeichnis mit Interessens-Tags ist die Basis. Aber Vorsicht – übertreiben Sie nicht mit Apps. Menschen wollen einfache Lösungen. Wenn Ihre App für Terminvereinbarungen eine Bedienungsanleitung braucht, haben Sie bereits verloren.

Setzen Sie lieber auf einfache Teilnehmerprofile, die vor der Veranstaltung durchgesehen werden können. "Marketing Manager, begeistert sich für Automatisierung, sucht CRM-Tool-Anbieter" – das reicht, um potenzielle Gesprächspartner zu identifizieren.

Probieren Sie das "Lean Coffee"-Format

Teilnehmer wählen selbst Gesprächsthemen, stimmen über die interessantesten ab und diskutieren dann in kleinen Gruppen. Sie entscheiden, worüber sie sprechen wollen – nicht Sie.

Dieses Format funktioniert besonders gut in professionellen Communities, wo Menschen konkrete, aktuelle Herausforderungen zu besprechen haben.

Wie kann ein Anmeldesystem besseres Networking unterstützen?

Ein gut konfiguriertes System ist der halbe Erfolg bei der Organisation effektiven Networkings.

Sammeln Sie die richtigen Daten bereits bei der Anmeldung. Nicht nur Name und Firma, sondern Branche, Interessen, Teilnahmeziele. "Warum kommen Sie zu dieser Veranstaltung?" ist eine Frage, die Ihnen hilft, Menschen besser zusammenzubringen.

Teilnehmersegmentierung ermöglicht es, Badges in verschiedenen Farben zu kennzeichnen. VIPs sind eine Sache, aber Sie können auch HR-, Marketing- oder Vertriebspersonen markieren. Das erleichtert die Identifikation potenzieller Gesprächspartner.

Teilnehmerverzeichnis (natürlich mit Einverständnis) kann vor der Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden. Geben Sie den Menschen die Chance, die Liste durchzusehen und zu planen, mit wem sie sprechen möchten.

Denken Sie daran: Es geht nicht ums Reden, sondern ums Wiederkommen

Das beste Erfolgskriterium für Networking ist nicht die Anzahl ausgetauschter Visitenkarten, sondern die Antwort auf die Frage: Wollen die Menschen zu Ihrer nächsten Veranstaltung zurückkommen?

Gut gestaltetes Networking ist ein durchdachtes Programmelement, nicht eine "freie Zone" zwischen Präsentationen. Es ist ein Moment, der darüber entscheiden kann, ob jemand Ihre Veranstaltung als wertvolle Erfahrung in Erinnerung behält.

Denn manchmal bringt ein gutes 20-minütiges Gespräch mit jemandem, der Ihre Herausforderungen versteht, mehr als eine ganztägige Präsentationsagenda.

Und Sie – wie organisieren Sie Networking bei Ihren Veranstaltungen? Haben Sie vielleicht einen bewährten Weg zum Eisbrechen oder ein Format, das in Ihrer Branche besonders gut funktioniert?

Wenn Sie ein System suchen, das Ihnen hilft, Teilnehmer besser auf effektives Networking vorzubereiten, schauen Sie sich die Möglichkeiten von CONREGO an. Flexible Anmeldeformulare, Teilnehmersegmentierung und Kontaktverzeichnis sind nur ein Teil der Funktionen, die dafür sorgen, dass Ihre Teilnehmer wiederkommen wollen.